Impostor-Syndrom bei Frauen: Was wir heute anders sehen

Eine Kundin von mir hatte sich in einem anspruchsvollen Berufungsverfahren auf eine Professur beworben. Sie kam auf Platz zwei. Der Erstplatzierte zog seine Bewerbung zurück, meine Kundin erhielt den Ruf. Ihre erste Reaktion war trotzdem: «Eigentlich wollten die mich ja gar nicht.» Rein auf das Ergebnis geschaut, war das eine erstaunliche Interpretation. Sie hatte sich gegen fast alle anderen Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt, und die Berufungskommission hatte sie als berufungsfähig eingestuft.
Warum andere deine neue Funktion nicht automatisch erkennen

Die Beförderung ist geschafft. Die neue Funktion steht im Organigramm, die Verantwortung ist klar geregelt und die Freude ist gross.
Wenige Wochen später folgt bei manchen Ärztinnen die Ernüchterung. Patientinnen richten ihre Fragen an den Assistenzarzt. Angehörige schauen beim Gespräch immer wieder zum älteren Kollegen. Im Rapport wird die eigene Einschätzung übergangen, bis jemand anders denselben Vorschlag macht. Dabei hat sich die Funktion längst verändert.
Wenn dein Nein nicht akzeptiert wird

Drei Muster, die Entscheidungen unterlaufen
Nein zu sagen ist selten das eigentliche Problem. Schwieriger ist, dass ein Nein häufig nicht als Abschluss akzeptiert wird. Es wird weiterverhandelt, emotional verschoben oder relativiert, ohne je offen infrage gestellt zu werden.
Ein erstes Muster ist der Pusher. Er nimmt ein Nein nicht als Entscheidung, sondern als Ausgangspunkt. Nach dem Nein folgen Anschlussfragen, Varianten, kleine Verschiebungen.
Die stille Bremse in Ärztinnenkarrieren

In meinen Coachings begegne ich seit Jahren demselben Muster: Ärztinnen kommen bis zur Stufe der Oberärztin solide voran. Sie leisten, sie halten Kliniken zusammen, sie arbeiten präzise, zuverlässig und tragen Verantwortung, oft weit über ihre formale Rolle hinaus. Und dennoch erleben viele von ihnen, dass ihre Karrieren genau an dieser Stelle blockiert werden.
Die erfolgreiche Lohnverhandlung und ihre drei Schwestern

Lohnverhandlungen sind weit mehr als ein Gespräch über Zahlen. Sie sind das Finale eines durchdachten Prozesses, der auf drei unzertrennlichen Schwestern ruht: Selbstmarketing, Leverage und Plan B. Jede dieser Schwestern spielt eine essenzielle Rolle – nur wenn sie zusammenwirken, kannst du deinen Wunschlohn erfolgreich durchsetzen.
Mit Präsenz überzeugen

Wenn es um beruflichen Erfolg geht, ist die Fähigkeit, sichtbar zu sein und gehört zu werden, entscheidend. Gesehen und gehört zu werden ist weit mehr als nur physisch anwesend zu sein. Es geht darum, deine Expertise aktiv einzubringen, deine Position deutlich zu machen und damit Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen. Besonders in beruflichen Meetings kann das darüber entscheiden, ob deine Ideen weiterentwickelt werden oder unbeachtet bleiben.
Sisterhood

Wir leben in einer Welt, die oft von Konkurrenzdenken bestimmt wird und in der Frauen immer noch weniger Karrierechancen haben und es oft nicht an die Spitze von Unternehmen schaffen.
Deshalb stell Dir mal vor, was möglich wäre, wenn jede Frau mindestens eine weitere Frau aktiv unterstützt.
Von Mentoring zu Sponsoring

Sheryl Sandberg, ehemalige COO von Facebook und Autorin des Bestsellers Lean in hat sinngemäss einmal folgendes gesagt: «Oft sprechen mich Frauen nach meinen Vorträgen an und fragen mich, ob ich ihre Mentorin sein könnte. Ich frage dann jeweils zurück: Und was tust du für mich?»
An die Männer

Für einmal möchte ich mich ganz der Frage widmen, was Männer tun können, wenn sie in ihrem Arbeitsumfeld Ungleichbehandlung von Frauen, sexistischem Verhalten und Übergriffen begegnen. Selbstsichere Männer können nämlich als Vorbilder und Vertreter des in der Führung zahlenmässig überlegenen Geschlechts einen sehr grossen Beitrag zu Gleichstellung leisten.
Stop Denial! Es braucht Förderung von Frauenkarrieren. Auch Ihrer Organisation

Leader und Manager: Hört auf zu leugnen, dass es in eurer Organisation eine Ungleichstellung der Geschlechter gibt!» Dieser Aufruf stammt von Michelle King, Inklusionsdirektorin bei Netflix. So simpel es tönen mag, als Grundvoraussetzung für die Förderung von Frauenkarrieren in Organisationen bedarf es zunächst einmal der Einsicht des Topkaders, dass dazu überhaupt Handlungsbedarf besteht.


